Eine Web-App von Grund auf selbst zu programmieren, ist für einen Entwickler etwas vom Schönsten und Kreativsten, das es gibt. Fabio Filli berichtet von seiner Entwicklungsarbeit bei der engadin.app.

Fabio, was hat dich motiviert, an der engadin.app mitzuarbeiten?

Die engadin.app ist ein Projekt, das auf der «grünen Wiese» gestartet ist. Wir hatten die Möglichkeit, die Technologie selbst zu bestimmen. Da wir eine funktionale Programmierung bevorzugen, haben wir uns für folgende Programmiersprachen entschieden: Elm für Webanwendungen und graphische Oberflächen, Haskell für generelles und weitere Backend Anwendungen sowie Nix/NixOS als Paket-Manager und die Infrastruktur. Weiter konnten wir viel zu den Themen Open Knowledge, Open Source, Semantic Web/Linked Data vorbereiten, was für mich persönlich besonders motivierend war.

Was waren die Herausforderungen bei der Entwicklung?

Die engadin.app ist neu- und einzigartig. Ein innovatives Produkt mit neuen Technologien bringt natürlich auch Herausforderungen mit sich. Wir mussten in die Forschung und Entwicklung investieren. Einige Lösungen haben wir von Grund auf selbst entwickelt, was entsprechend zeitraubend war.

Was ist aus technologischer Sicht das Besondere an der engadin.app?

Es handelt sich um eine moderne Webapp. Sie ist eine SPA (Single Page Application) und PWA (Progressive Web Application) zugleich. Damit besitzt die engadin.app die Reichweite einer Webapp und die Kapazität einer «Native Mobile App».  Die spezielle Architektur der engadin.app ermöglicht eine bessere Wartung und eine einfachere Refakturierung von Anwendungsteilen. Dies erleichtert die Weiterentwicklung enorm.

Welche weiteren Entwicklungsschritte habt ihr bei der engadin.app vor?

Die engadin.app wurde parallel zur neuen Plattform discover.swiss* entwickelt und nutzt diese als Back-End-Serviceplattform. discover.swiss kümmert sich dabei um die Datenbank, die Authentifizierung und den Marktplatz. Die engadin.app wird zusammen mit discover.swiss weiter wachsen und ich bin gespannt, was in zukünftigen Updates veröffentlicht wird: zum Beispiel ein Benutzerkonto, ein Engadin-Spiel oder ein neuer Marktplatz.

Die engadin.app ist aber auch der Beginn einer grösseren Plattform für das Engadin. Parallel zur Entwicklung unserer Webapp haben wir openEngiadina vorangetrieben, eine Plattform für offenes lokales Wissen. Wir haben weitere Open Source Produkte für das Engadin vorbereitet, bei denen die Bevölkerung mitwirken kann. Mehr dazu zu einem späteren Zeitpunkt 😊!

* discover.swiss ist eine private Initiative von Janine Bunte (CFO Schweizer Jugendherbergen),  Andreas Züllig (Präsident HotellerieSuisse), Urs Wagenseil (Professor Hochschule Luzern) und Jon Erni (Initiant miaEngiadina). Zusammen haben sie eine Back-End-Serviceplattform für den Schweizer Tourismus entwickelt. Das Projekt ist im Sommer 2017 gestartet und wurde an der Medienkonferenz vom 18. Juni 2020 in Zürich präsentiert.  Zur Medienmitteilung

Über Fabio Filli

Fabio Filli ist in Zürich aufgewachsen, stammt jedoch ursprünglich aus dem Engadin. Aktuell lebt er in Berlin und besitzt eine Firma, welche sich mit Internet-Technologie beschäftigt. Ausserdem möchte er die Digitalisierung und Bildung in den Randregionen fördern. Fabio Filli ist bei der miaEngiadina Marketing SA für die digitale Strategie und Technologie zuständig.

Interview und Kontakt

Dr. Béatrice Miller | Leiterin Kommunikation und Bildungsinitiativen bei miaEngiadina

*Bild: Mayk Wendt